
Winter-Standby
16. Februar 2010Die Zeit rennt dieser Tage nur so dahin. Ich stecke mitten zwischen den Examensklausuren, der erste Teil war ziemlich anstrengend und diese Woche geht es weiter. Ich bin froh, wenn das Ganze endlich hinter mir liegt. Ja, und dann ist da noch dieser nicht enden wollende Winter. Schnee und Kälte, wie ich es nie erlebt habe. Jedes Mal, wenn ich denke, das müsste es doch jetzt endlich mal gewesen sein, kommt neuer Schnee. Wenn ich morgens aus dem Fenster blicke, ist die Straße wieder weiß und man hört das Scharren den Schneeschaufeln. Tapfere Menschen, die Tag für Tag gegen die weiße Masse ankämpfen, obwohl man garnicht mehr weiß, wohin man das Zeug überhaupt noch hinschaufeln soll.
Es ist einerseits so, dass die Zeit gallopiert und die Wochen so schnell rumgehen, dass man die einzelnen Tage kaum wahrnimmt. Silvester scheint schon wieder Ewgikeiten her zu sein. Andererseits scheint der Frühlung immer noch in weiter Ferne. Mein Leben fühlt sich an als sei es im Standby-Modus. Einfach einen Tag nach dem anderen nehmen, durchhalten. Keine Highlights, keine Unternehmungen. Ich bin einfach nur froh, wenn ich nicht aus dem Haus muss, denn jede kleine Besorgung ist dank des Wetters ein lästiges Unterfangen. Daheim sind die Lehrbücher allgegenwärtig und mit schlechtem Gewissen lässt es sich schlecht ausspannen. Also heißt es Lernen, Lernen und warten, dass die letzten Klausuren endlich hinter mir liegen. Im Hinterkopf schlummert die vage Hoffnung auf den Frühling, darauf, dass dann alles endlich besser und entspannter wird. Auf Sonnenschein, auf Grillen im Park, auf Spaziergänge am Wasser. Ich denke daran, mir ein dieses Jahr ein schönes Sommerkleid zu kaufen und Blumenkästen auf dem Balkon anzubringen.
Zur Ablenkung lese ich oder spiele irgendwelche stumpfsinnigen Browsergames. Die Schreiblust ist momentan ganz gering und die wandernden Gedanken landen bestenfalls auf Papier. Aber auch diese Zeit geht vorbei, das weiß ich. Immerhin habe ich mir “Optimist” aufs Fähnchen geschrieben und das bin ich auch weiterhin. Nur dass der Optimismus sich momentan schwer damit tut, sich gegen die Trägheit durchzusetzen. Das Schlimmste der letzten Zeit, der Tod meines Katers, hat mir aber gezeigt, dass man auch solche schweren Zeiten durchsteht. Und bis zum Abschluss der Klausuren erlaube ich mir auch den Luxus der Trägheit. Wenn das endlich vorbei, dann werden wieder Pläne gemacht. Bis dahin werde ich noch ein wenig Lernen und rumgammeln. Muss eben auch mal sein. Außerdem wird dann hoffentlich auch das Wetter besser!